
Zukunft bewegen – Motivation erleben
Die VDG-Wintertagung fand in diesem Jahr vom 11. bis 13.01.2026 in Ingolstadt statt. Mehr als 330 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet waren angereist, um neue Motivation für das bevorstehende Geschäftsjahr mitzunehmen, zu wählen, zu netzwerken und sich als Sponsor vorzustellen.
von Petra Reidel erschienen am 23.01.2026„Zum ersten Mal in der Geschichte war der Pflanzenabsatz in den Gartencentern im Jahr 2025 rückläufig, gewachsen ist dagegen die Gastronomie. Dennoch ist die Branche weiterhin stabil aufgestellt“, führte Martina Mensing-Meckelburg in die Veranstaltung am Montagmorgen ein. Ohne die Vielzahl an Unterstützern und Sponsoren könnte der VDG nicht so viel für die Branche bewegen, weshalb hier der Dank von Mensing-Meckelburg gebührend groß ausfiel. Des Weiteren begrüßte der VDG eine große Anzahl neuer Sponsoren sowie fördernder Mitglieder auf der Tagung. Mensing-Meckelburg freute sich zudem über sechs neue Mitgliedsfirmen und acht Gartencenter-Gäste, denen auf dieser Veranstaltung ein intensiver Einblick in den VDG gewährt wurde.
VDG – aktuelle Projekte
Die aktuellen Branchendaten stellte Stefan Lange ausführlich dar (siehe DEGA GRÜNER MARKT, Ausgabe 1/2 2026). Geschäftsführer Thomas Buchenau informierte über aktuelle VDG-Projekte, wie die Fortsetzung der Kaminabende im Online-Format mit Themen zu digitalen Lösungen für Gartencenter und KI-Assistenten. Ausbildertagungen zu Recruiting und Personalführung gibt es 2026 ebenfalls und die VDG-Winterreise geht Anfang Dezember 2026 nach London. Die Anmeldung ist bereits freigeschaltet.
Die VDG-Juniorengruppe wird durch Karl-Heinz Dautz gecoacht und freut sich über neue Interessenten, die sich gerne in der Geschäftsstelle melden dürfen. Des Weiteren gibt es eine ERFA-Gruppe zum Thema Betriebsübergabe, die von Franz-Josef Roth geleitet wird und einen geschützten Raum für Coachings bietet. Eine zweite Gruppe ist laut Buchenau bei entsprechender Nachfrage denkbar. Ebenso gibt es eine Arbeitsgruppe zum Thema Gastronomie, die Florian Sell für den VDG leitet. Auch hier ist eine zweite Gruppe für Gastro-Gründer eine Option. Des Weiteren können sich ausbildende Gartencenter jetzt zur Qualitätskontrolle für das VDG-Siegel Ausbildung anmelden. Der Startschuss hierfür ist eine Selbstauskunft mit Nachweisen.
Neue VDG-Weiterbildungsangebote
Ab dem 1. September 2026 läuft ein neues Ausbildungskonzept für Führungskräfte zusammen mit dem Institut Mercator.TV an. Es werden zwei zertifizierte Programme für Profiverkäufer sowie Führungskräfte im Gartencenter angeboten. Das Angebot umfasst 128 Stunden in 24 Einheiten à 4 Stunden online beim Profiverkäufer. Bei den Führungskräften läuft ein Teil der 128 Stunden auch über Präsenzeinheiten. Inhalte für den Profiverkauf sind Verkaufspsychologie, Kundentypen, Personas, Warenplatzierung und Abteilungsgestaltung, aber auch Reklamationen und schwierige Kunden. Je nach Betriebsgröße und Bruttogehalt wird diese Fortbildung komplett durch das Arbeitsamt gefördert.
Die Fortbildungsinhalte der Weiterbildung für Führungskräfte beinhalten Controlling, Kennzahlen, Führung, Personalmanagement, Grundlagen der Betriebswirtschaft, Kommunikation, Konfliktmanagement, Chance-Management, Kundenorientierung und Service Excellence sowie Marketing. Hinzu kommen zwei Coaching-Einheiten durch Karl-Heinz Dautz. Durch die Förderung ist die Fortbildung für Gartencentern unter 50 Mitarbeiter kostenneutral und für größere Betriebe fällt lediglich eine minimale Kostenbeteiligung an.
Kampagne Fachgartencenter
44 Gartencenter haben erfolgreich an der Inspektion ihrer Betriebe teilgenommen. Das Ranking der stärksten Abteilungswerte von 2017 bis 2025 führt die Gastronomie an. Es folgen Kräuter und Gemüse, Blumenzwiebel und Samen, Grills, Boutique sowie Beet- und Balkonpflanzen. Die Schlusslichter bilden laut Oliver Mathys die Baumschule, Gartengeräte, Parkplatz, Anfahrt, Außengefäße und Toiletten. „Aus meinem Blickwinkel haben wir hier eine Vorbildfunktion und müssen auch in diesen Bereichen dringend Fachkompetenz zeigen. Zudem empfehle ich, vom Wissen der Lieferanten Gebrauch zu machen, um die Umsätze zu optimieren und auf Augenhöhe alle Möglichkeiten hierzu auszuloten“, so Mathys, der zudem viele Synergien in abteilungsübergreifenden Kooperationen sieht.
Eine besondere Art von Servicekette
Björn Grimm, Inhaber und Senior Consultant von Grimm Consulting, sprach als Unternehmer und Mensch über den eigenen plötzlichen Ausfall, welchen er selbst erlebt hat. Anfang 40 erlitt er einen Herzinfarkt, war drei Monate offline, hat viel daraus gelernt und empfahl deshalb nachfolgende Vorgehensweisen. „Machen Sie in Ihrem Kalender einen Termin mit sich selbst. Schauen Sie sich Ihre ganzen Rollen als Familienvater, Ehemann, Sohn, Unternehmer, Führungskraft, Ehrenamtler und Freund an. Wo bleibt da noch Zeit für Sie selbst?“, zeigt Grimm auf.
Laut einer Studie der Handelskammer Hamburg reicht bereits ein 14-tägiger Ausfall des Chefs für eine existenzielle Schieflage des Unternehmens. Unternehmer dürfen also nicht der Flaschenhals sein. „Überlegen Sie, auf wie viele Schultern Sie die eigenen Rollen verteilen können, und regeln Sie ihre Nachfolge.“ Bei Grimm sind am Abend die Schreibtische leer, alles ist abgelegt und organisiert. Jeder Termin im Unternehmenskalender hat einen definierten Ansprechpartner, was zur maximalen Transparenz führt. Ohne Unternehmensvollmacht kann der Lebensgefährte nicht agieren und eine weitere Person, die sich um alles kümmert, ist sinnvoll, denn eventuell sitzt der Partner im Krankenhaus.
„Legen Sie einen Kümmerer für das Drehbuch zur „Servicekette Tod“ fest, dies hilft auch bei einem temporären Ausfall. Ich habe bereits für jeden Vertrag die entsprechende Kündigung geschrieben, damit die Hinterbliebenen rasch agieren können“, verrät Grimm, aus dessen heutiger Sicht nur verrückte Unternehmer auf die notwendige Reha verzichten. Grimm liebt Visualisierungen, weshalb er sich einen Zollstock mit 85 cm gebastelt hat, auf welchem bereits über 50 Zentimeter abgestrichen sind. Jeder hat die Aufgabe, für sich selbst zu sorgen und zu wissen, was und wer einem wichtig ist. Grimm hat seine Freude am Sport gefunden, verschiebt nichts mehr auf später, sondern lebt seine Träume und Wünsche im Hier und Jetzt. Zudem schätzt er die Nähe anderer Menschen und liebt es, diese glücklich zu machen.
Männlichen Unternehmern empfiehlt er neben einem regelmäßigen Gesundheitscheck auf die richtige Ernährung zu achten. Auch das Training, nicht alles allein zu machen, ist hilfreich. Der Gang zum Anwalt und Notar, um alles zu regeln, sieht er als Dienst an seinen Lieben. www.gastronomieberatung.de
Ein Unternehmer entspannt
„Ich bin nicht immer entspannt“, eröffnet Oliver Fink, Gärtnermeister und Inhaber der Gartenbaumschule Becker. Wenn die Saison startet, geht auch bei ihm der Ladezustand des eigenen Akkus nach unten. „Wichtig ist, das wahrzunehmen und die Schwelle zu kennen, wo es zu tief geht, und sich dann seinem Rückzugsort zu widmen und sich diesen zu erhalten“, so Fink. Für ihn war es zuerst das Laufen, dann der Triathlon, doch das waren alles Sportarten, die seine Frau nicht begleiten konnte. Ein Besuch im Yogakurs des Fitnessstudios, den er höflicherweise mitmachte, änderte dies. „Alle Teilnehmer waren deutlich beweglicher und hatten eine andere Geisteshaltung. Das Thema ließ mich nicht mehr los, und so lernte ich über Apps das Atmen und Meditieren, was ich heute jeden Morgen 10 Minuten vor meinem Job mache.“
Den Leistungsgedanken, wie immer bessere Zeiten zu laufen, hat Fink abgestellt. Als seine persönlichen Anker definiert er die Familie, Freunde und den Sport, in unterschiedlicher Gewichtung. Diese Anker pflegt er, in seinen Meditationen visualisiert er seine Lieblingsorte, und so verlieren Reklamationen nach ein bis zwei Minuten der Konzentration ihre Belastung. Fink regte in seinem Vortrag zum Ausprobieren, zur Schärfung der Wahrnehmung und zur Selbstregulation an.

Aufbau und Stärkung einer Marke
Stefan Lohrberg, Geschäftsführer der TAS Emotional Marketing GmbH, beleuchtet, dass Marken Anker des Vertrauens waren und sind, denn sie garantieren Sicherheit und Qualität. 1980 gaben Marken ihren Käufern vor allem eine Identität, seit 2010 zeigen Marken Haltung und aktuell treten Marken mit ihren Kunden in Beziehung. Eine Resonanzmarke steht dann für Orientierung, Vertrauen und Beziehung. Die Kunden fühlen sich persönlich angesprochen und nicht einfach geworben. Ein gutes Vorbild hierfür ist die Marke Lego. Durch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie „Rebuild the world“ in Berlin entsteht emotionale Kundenbindung.
„Im Beyond-Retail-Zeitalter sind Kollaborationen zudem ein geeignetes Mittel, um zu überleben“, ist sich Lohrberg sicher. Die passenden Hashtags dazu lauten: #Profil zeigen (durch klare Entscheidungen), #erlebbar sein, wie Stihl, die durch Timbersports eine Kommunikationsplattform geschaffen haben, und #zum Mitmachen anregen (Menschen können sich anschließen, wie beim Stillleben Ruhr 2010, als ein 60 km langes Volksfest auf dem Ruhrschnellweg stattfand). Hashtag Nummer vier lautet: Auffallen – beispielsweise durch smarte Aktionen. Kaffeebecher, die mit Magneten auf den Dächern der Taxen befestigt waren, erregten die Aufmerksamkeit vieler Menschen, und jeder, der agierte, bekam einen Gutschein bei Starbucks. „So erzählt die Marke nicht nur eine Geschichte, sondern wird gleichzeitig verkauft“, erklärt der Profi. Heutzutage geht es auch in Gartencentern vor allem um Ideen, die der Kunde fühlen kann, weshalb Lohrberg demnächst zu einem Design-Thinking-Workshop für den Gartenfachhandel nach Essen einlädt.
Männlichen Unternehmern empfiehlt er, neben einem regelmäßigen Gesundheitscheck auf die richtige Ernährung zu achten. Auch das Training, nicht alles allein zu machen, ist hilfreich. Der Gang zum Anwalt und Notar, um alles zu regeln, sieht er als Dienst an seinen Lieben. www.gastronomieberatung.de
Ziele im Kopf – Ziele im Unternehmen
Christian Klebl, Geschäftsleitung Gartenbau Rednitzhembach Schmid GmbH + Co. KG, rät in seinem Vortrag zu einer Sensibilisierung auf den Verbraucher, denn dieser ist der Boss. „Ein Produkt muss über Storytelling mit Emotionen aufgeladen werden, ein Erlebnis versprechen, Vertrauen wecken oder aber einen guten Service versprechen. Um dies zu erfüllen, müssen wir wissen, wer unsere Konsumenten sind, was sie zum Kauf bewegt und wie wir sie gezielt ansprechen. Die Gen Z ist die erste volldigitale Generation, die wenig ausgeht und entsprechend wenig Alkohol trinkt, wie beispielsweise eine Untersuchung der Getränkeindustrie ergab“, erklärt Klebl.
In einem Gartencenter gibt es sechs verschiedene Konsumenten-Typen: die Impulskäufer, den Hobbygärtner, den Onlinekäufer, den Pragmatiker, den Deko-Lifestyle-Typen sowie den nachhaltigkeitsorientierten Kunden. Eine Kundenbefragung gibt weiteren Aufschluss und erzeugt das richtige Konsumentenverständnis. „Lassen Sie Ihre Kunden für 10 Minuten von einem geschulten Interviewer entführen und bedanken Sie sich für seine Zeit mit einem Geschenk“, empfiehlt Klebl, der auf eine eigene Onlineumfrage mit 202 Teilnehmern aus ganz Deutschland zurückgreifen kann. Hierbei spielten Pflegeaufwand, Frische, Qualität, die allgemeine Optik und die geschätzte Langlebigkeit beim Pflanzenkauf eine Rolle. Durchschnittlich werden alle vier bis sechs Monate neue Pflanzen gekauft. Die Wahl für sich selbst fällt meist auf eine Grünpflanze, für andere greift der Kunde eher zu Blühpflanzen und 90 % haben schon einmal eine Topfpflanze verschenkt. Anlässe sind überwiegend Geburtstage und Einladungen, wofür die Ausgabebereitschaft bei rund 20 Euro liegt. 41 % machen sich dabei auch Gedanken um das Thema Nachhaltigkeit.
Um ein Produkt emotional aufzuladen, braucht es Botschaften und Produktkonzepte. „Wenn dadurch der Grillsenf vom Produkt zur Stimmung eines Sommerabends mit Freunden wird, ist es geschafft“, weiß Klebl. „Kenne deinen Kunden, behandle ihn wie einen König und mache den Pflanzeneinkauf zum Erlebnis“, war seine Botschaft für die Branche.

No Limits – Wie schaffe ich mein Ziel
Joey Kelly vermittelte in seinem Vortrag eindrucksvoll, dass echte Grenzen meist nicht im Außen liegen, sondern im eigenen Kopf entstehen. Anhand seiner persönlichen Lebensgeschichte – vom Musiker über den Extremsportler hin zum Unternehmer – machte er deutlich, wie entscheidend eine klare Zielsetzung ist: Wer weiß, wohin er will, findet auch Wege dorthin. Rückschläge, Zweifel und Erschöpfung gehören dabei unweigerlich dazu, sind aber kein Scheitern, sondern Teil des Prozesses.
Zentral war seine Botschaft, dass Erfolg weniger von Talent als von Haltung abhängt. Disziplin, Ausdauer und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, seien die wahren Erfolgsfaktoren. Kelly betonte, dass Motivation nicht darauf wartet, „gefühlt“ zu werden, sondern aus konsequentem Handeln entsteht – Schritt für Schritt, auch dann, wenn es unbequem wird.
Gleichzeitig hob er die Bedeutung von Teamgeist und Vertrauen hervor: Große Ziele lassen sich selten allein erreichen. Wer andere mitnimmt, offen kommuniziert und sich gegenseitig unterstützt, erhöht nicht nur die Erfolgschancen, sondern auch die Freude am Weg. Sein Fazit war ebenso schlicht wie kraftvoll: Mit Entschlossenheit, Leidenschaft und dem Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen, lassen sich scheinbar unmögliche Herausforderungen bewältigen – nach dem Prinzip „No Limits“.

IGCA-Kongress 2026 in München
Ausrichter dieses internationalen Kongresses, der vom 16. bis 22. August unter dem Motto „Together“ in München stattfindet, ist in diesem Jahr der VDG. Präsidentin Martina Mensing-Meckelburg sieht dies als einmalige Chance, sich der Welt zu präsentieren und rief die Branche zum Mitmachen und Teilnehmen auf, denn es braucht Zeit, Ideen und Partner, um ein solch besonderes Event auf die Beine zu stellen. Erwartet werden rund 250 Teilnehmer aus 18 Ländern. Der VDG-Werbefilm zum Kongress ging bereits weltweit viral. Zum ersten Mal wird es Buskapitäninnen und -kapitäne geben, welche die Teilnehmer während der vielfältigen Programmpunkte begleiten und die Informationen für das internationale Publikum auf Englisch übersetzen.

Auch die VDG-Sommerreise orientiert sich an diesem Termin und führt zum IGCA-Kongress. Sie startet am 18.8. beim Gartencenter Kiefl, setzt sich am Mittwoch mit einem kleinen Oktoberfest beim Gartencenter Wohlhüter fort und endet am Donnerstag nach dem Frühstück. Die Gartencenter bereiten sich jetzt schon auf dieses Event vor.

Norbert Langens, Heiko Mencke und Thomas Busch (v.l.n.r.) – Mitglieder des VDG-Präsidiums – standen zu Wiederwahl. Alle wurden in ihren Ämtern für weitere zwei Jahre von den Mitgliedern bestätigt.













Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.