
Zwischen Umbruch und Verantwortung
Die Herausforderungen für Märkte, Medien und Gesellschaft werden größer. Das machte Theresa Schleicher in ihrem Vortrag beim IVG-Medientag deutlich. Die vergangenen Jahre seien geprägt gewesen von Krisen, geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen.
von Reidel/KI erschienen am 13.02.2026Globale Spannungen und wirtschaftlicher Druck
Die weltweiten Verwerfungen – vom Klimawandel über geopolitische Konflikte bis zu verschärften Wettbewerbsbedingungen – wirken sich unmittelbar auf Märkte und Konsumverhalten aus. Unternehmen stehen unter enormem Preisdruck, während gleichzeitig regulatorische Anforderungen zunehmen. Globale Machtverschiebungen, insbesondere mit Blick auf China und andere wachsende Volkswirtschaften, verändern Innovationsdynamiken und Wettbewerbsstrukturen nachhaltig.
„Es wird für alle anstrengender“, so Schleichers zentrale Botschaft – für Unternehmen, für Konsumentinnen und Konsumenten und für politische Systeme gleichermaßen. Alle wussten, dass diese Veränderungen auf uns zukommen, jedoch gab es bislang kein Handeln, keinen Transformationsprozess.
Es wird für alle anstrengender! Theresa Schleicher
Zugleich steigen die Erwartungen an Unternehmen. Konsumentinnen und Konsumenten achten stärker auf Herkunft, Nachhaltigkeit, Datensicherheit und gesellschaftliche Verantwortung. Themen wie Klimaschutz oder soziale Gerechtigkeit sind längst keine Randthemen mehr – sie prägen Kaufentscheidungen und Markenwahrnehmung.
Demografischer Wandel als strukturelle Herausforderung
Ein zentrales Thema des Vortrags war die demografische Entwicklung. Deutschland und große Teile Europas zählen in den kommenden Jahren zu den ältesten Regionen der Welt. Während andere Kontinente – etwa Afrika – stark wachsen, altert die Bevölkerung hierzulande rapide. Das hat weitreichende Konsequenzen für Städte, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Sicherheit und Konsumstrukturen.
Produkte, Dienstleistungen und Kommunikationsstrategien müssen stärker auf eine ältere Gesellschaft ausgerichtet werden – ohne dabei jüngere Zielgruppen aus dem Blick zu verlieren. Innovation bedeutet deshalb nicht nur technologische Neuerung, sondern auch soziale und generationenübergreifende Anpassung.
Daten, Digitalisierung und Vertrauen
Ein weiterer zentraler Aspekt ist der Umgang mit Daten. Obwohl Datennutzung die Grundlage vieler Geschäftsmodelle bildet, wird sie aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten oft kritisch gesehen. Vertrauen wird damit zu einer Schlüsselressource. Unternehmen müssen transparenter kommunizieren, wie Daten verwendet werden, und klare Mehrwerte schaffen.
Gleichzeitig verändert die Digitalisierung Mediennutzung und Informationsverhalten massiv. Jüngere Generationen wachsen in fragmentierten, schnellen Kommunikationswelten auf. Aufmerksamkeit wird zur knappen Ressource. Marken müssen relevanter, verständlicher und glaubwürdiger auftreten, um wahrgenommen zu werden.
Nachhaltigkeit und Selbstversorgung als Zukunftsthemen
Nachhaltigkeit bleibt ein dominierendes Thema – jedoch differenzierter als noch vor einigen Jahren. Es geht nicht mehr nur um ökologische Aspekte, sondern auch um soziale Nachhaltigkeit, Resilienz und Versorgungssicherheit. Themen wie Selbstversorgung, regionale Wertschöpfung und Nährstoffqualität gewinnen an Bedeutung.
Gerade im Garten- und Grünen Markt eröffnen sich hier Chancen: Urban Gardening, ressourcenschonende Produkte, neue Anbauformen und innovative Lösungen für Wasser- oder Flächennutzung treffen auf ein wachsendes Bedürfnis nach Eigenständigkeit und Sicherheit. Die Nachfrage verschiebt sich – weg von reinem Konsum, hin zu Sinn, Nutzen, Langlebigkeit und somit langfristigem Mehrwert. Es kommt also eine Zeit, in der man auch komplexe Projekte wagen sollte.
Innovation neu denken – ganzheitliche Lösungswelten
Innovation darf sich nicht allein auf Technologie beschränken. Sie muss gesellschaftliche Entwicklungen, demografische Veränderungen und kulturelle Verschiebungen mitdenken. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, nicht nur Trends in Form von Produkten zu bedienen, sondern kuratierte Kollektionen mit Problemlösungen zu entwickeln. Dabei sind E-Commerce und Convenience als echte Zugänge zu Kunden zu sehen. Gesund mit Pflanzen leben, Microgreens anbauen und Selbstversorgung sind Trends, welche die Gen Z ansprechen und im Gartencenter bestens zu bedienen sind. Zudem würden 23 % der Menschen gerne neue Geschmäcker und Pflanzen aus dem unentdeckten Europa kennenlernen.
Des Weiteren geht es um Kooperation: zwischen Branchen, zwischen Handel und Herstellern, zwischen Politik und Wirtschaft. Nur gemeinsam lassen sich diese Herausforderungen bewältigen.
Fazit
Theresa Schleicher zeichnete ein Bild einer Welt im Übergang: komplexer, dynamischer und fordernder als je zuvor. Doch gerade in dieser Verdichtung von Krisen und Veränderungen liegen auch Chancen. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, Innovation ganzheitlich zu denken und sich konsequent an den realen Bedürfnissen der Menschen zu orientieren, kann gestärkt aus dieser Phase hervorgehen. Der Markt wird anspruchsvoller. Die Gesellschaft differenzierter. Die Erwartungen höher. Doch mit klarem Blick, Mut zur Veränderung und strategischer Weitsicht lassen sich die kommenden Jahre aktiv gestalten.











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