
Wenn der Frühling Form annimmt
Tulpen als Hauptdarstellerinnen, Buche als bewusster Gegenpol: Auf der Messe Dresdner Ostern 2025 zeigt die Dresdner Werkabendgruppe eine frühlingshafte Floristik, die von klaren Konzepten, handwerklicher Präzision und der Verbindung individueller Handschriften lebt.
von Kathrein Kuhnert und Grit Landwehr erschienen am 18.02.2026Die Messe Dresdner Ostern ist für die Dresdner Werkabendgruppe seit Jahren die wichtigste öffentliche Plattform, um ihre floristischen Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren. 2025 stellt sie bereits zum fünften Mal den Rahmen für den einzigen gemeinsamen Messeauftritt der Gruppe dar.
Eine frühlingshafte Ausrichtung – passend zur Jahreszeit und zum bevorstehenden Osterfest – ist auf dieser Messe gesetzt. Nachdem in den vergangenen Jahren Themen wie Ei, Nest und Zwiebelpflanzen im Mittelpunkt standen, rückten dieses Mal typische Blühpflanzen des Vorfrühlings in den Fokus. Die Tulpe – mit und ohne Zwiebel – erhielt dabei einen zentralen Platz und wurde bewusst als Hauptdarstellerin inszeniert.

Begleitet wurde die florale Leichtigkeit der Tulpen von einem Werkstoff, der auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint: Buche in all ihren Erscheinungsformen. Stamm, Ast, Zweig und Blatt bildeten den gestalterischen Gegenpol zur Frische der Blüten. Die Entscheidung für dieses „Trockene–Vergangene“ fiel in einem gemeinsamen Prozess innerhalb der Gruppe. Auf die Früchte der Buche wurde bewusst verzichtet – sie hätten eine zu starke Assoziation an die Winter- und Weihnachtszeit geweckt.
Wie bei allen Gemeinschaftsprojekten der Werkabendgruppe spielte auch bei der Gestaltung der Ausstellungsfläche das verbindende Element eine zentrale Rolle. Die einzelnen Exponate entstehen im Vorfeld überwiegend in den jeweiligen Werkstätten der Teilnehmenden. Bei den regelmäßigen Treffen werden die Ideen vorgestellt, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt. Vorgaben gibt es dabei nur in Bezug auf den Werkstoff – Gestaltung, Technik und Farbigkeit bleiben der individuellen Handschrift überlassen.
1Die Ausstellungsfläche auf der Messe wurde durch transparente Kunststoff-Trennwände strukturiert. Sie gaben den Werkstücken einen ruhigen, durchlässigen Hintergrund und ermöglichten es den Besucherinnen und Besuchern, den Stand zu betreten und die Arbeiten aus nächster Nähe zu erleben. Als verbindendes Rahmenelement entstanden Ketten aus Buchenlaub, die an Metallrahmen angebracht wurden. Jedes Mitglied fertigte drei Ketten mit einer Länge von jeweils vier Metern – ein gemeinschaftliches Detail, das die Fläche zusammenführte und den Charakter der Ausstellung unterstrich.
Die Resonanz auf die Präsentation war durchweg positiv. Die Vielfalt der Werkstücke, kombiniert mit einer klaren Gesamtwirkung, überzeugte das Messepublikum. Auch wenn der pinkfarbene Teppichboden der Messehalle nicht dem gestalterischen Ideal entsprach, tat er der Wirkung der floristischen Arbeiten keinen Abbruch.
Seit über 20 Jahren treffen sich Floristinnen und Floristen aus Dresden und Umgebung regelmäßig, um gemeinsam zu arbeiten, sich auszutauschen und sich floristisch weiterzuentwickeln. Initiiert wurde die Gruppe im Umfeld des Deutschen Instituts für Floristik, getragen wird sie bis heute von persönlichem Engagement und dem Wunsch nach fachlicher Vertiefung jenseits des Ladenalltags.
Aktuell besteht die Werkabendgruppe aus rund 15 Teilnehmenden – Geschäftsinhaberinnen und -inhabern, angestellten und freien Floristinnen und Floristen, Ausbildern, Prüfern und Floristmeistern. Die Treffen finden sechs Mal im Jahr statt. Gerade die Arbeit in einer überschaubaren Gruppe wird als Stärke empfunden: Der fachliche Austausch ist intensiv, konstruktiv und geprägt von gegenseitiger Wertschätzung.





















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