Offene Kommunikation ist wichtig
Gemeinsam mit ihrem Mann Jörn führt Anke Schlumbom die Gärtnerei Schlumbom in Handorf und arbeitet als Floristmeisterin im Werkstattmodus. Sie ist zudem eine der Administratorinnen der Facebook-Gruppe "Florum".
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OM: Anke, endlich sehen wir uns mal live. In deiner Rolle als Administratorin der Facebookgruppe "Florum" haben wir ja schon ein paar Mal telefoniert. Stell dich doch bitte kurz vor.
AS: Ich freue mich, dass du da bist. Ich bin Floristmeisterin und habe mit meinem Mann diese kleine regionale Gärtnerei, zwei Kinder und viele liebe Kunden.
OM: Dein Mann verkauft seine Produkte auf zwei Hamburger Wochenmärkten und du hast hier den Laden – aber wenn ich es richtig verstehe, arbeitest du nur noch auf Bestellung?
AS: Das stimmt – als vor vier Jahren mein Schwiegervater starb und es bei unseren Mitarbeitern Veränderungen gab, haben wir unser Geschäftsmodell überdacht. Nach wie vor sind die Tomaten unser USP – bis in den Spätherbst steht mein Mann damit auf dem Markt und hat treue Stammkunden. Dazu gibt’s ein wechselndes Sortiment aus eigener Kultur – Beetund Balkon, Dahlien und Astern und im Winter selbst angetriebene Tulpen. Ich arbeite nur nach Auftrag, die Bestellungen kommen meist via WhatsApp. Meine Kunden bekomme ich eigentlich nur durch Mundpropaganda. Und bei den Bestellungen habe ich stets großen Spielraum, bekomme ein Budget genannt und ein paar Infos, mehr nicht und meist sind alle sehr zufrieden.
OM: Das klingt nach einer Traumsituation. Aber im Moment jammern doch viele Floristen – über die hohen Preise, die unsichere Zukunft – was machst du anders?
AS: Wir haben auch mit den Preiserhöhungen zu kämpfen und gerade an Tagen wie Muttertag und Valentinstag sind die Preise in den letzten Jahren weit über die Schmerzgrenze gestiegen. Hier geht es um klare Kommunikation – Ehrlichkeit und Offenheit – dann verstehen meine Kunden das auch. Dann werden es halt rosa Gerbera und Tulpen statt roter Rosen – auch damit kann man zaubern.
OM: Und die Preise?
AS: Generell ist es so, dass ich erst ab 25 € mit Blumen kreativ arbeite. Sonst gibt’s eine dekorierte Pflanze. Schließlich muss meine Zeit und Kreativität einberechnet werden. Auf dem Wochenmarkt haben wir die Tomatenpreise natürlich angepasst – nicht ganz so hoch wie wir möchten, sondern bis an die verschiedenen Schmerzgrenzen, also von 4,50 auf 4,99 und nicht über 5 €. Auf dem Markt bieten wir Schnittblumen nur als Bundware an, keine Sträuße. Ein Strauß beinhaltet Kreativität, die beim Verkauf an den Kunden vermittelt werden muss. Dafür ist auf dem Markt keine Zeit.
OM: Wie sieht es mit Ausstellungen aus – Advent beispielsweise?
AS: Nein danke. Als ich noch in Hamburg tätig war, habe ich das natürlich gemacht, das nun aber hinter mir gelassen.
OM: Im Moment ist das Thema Nachhaltigkeit sehr stark in unserer Branche angekommen. Auch die Sorgen um die steigenden Energiepreise nehmen zu. Wie geht ihr als kleineres Unternehmen damit um?
AS: Das Thema beschäftigt meinen Mann schon lange: Sonnenenergie, bessere Isolation, vielleicht ein Windrad? Derzeit stellen wir unser Haus auf eine Wärmepumpe um. Diese Schritte versuchen wir aktuell natürlich noch weiter voranzutreiben. Wir können unser Engagement an unsere Kunden auch nur vermitteln, wenn wir es selbst voll und ganz leben.
OM: Wie sind eure Zukunftspläne? Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
AS: Vielleicht auf Madeira. Nein, Spaß beiseite. Wir leben im heute und jetzt und sind sicher, dass sich zur richtigen Zeit alles finden wird. Madeira ist eine wunderschöne Insel, wir kennen ein paar Leute, die dort eine Orchideengärtnerei betreiben. Aber nein, wir werden dort sicher nicht weiterarbeiten … (lächelt vor sich hin).
OM: Vielen lieben Dank für diesen Einblick und für deine Arbeit, die du als Admin fürs Florum leistest.
AS: Gerne doch – das ist eine schöne Gelegenheit, Kollegen zu unterstützen.
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