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Chancen für 2026

Wenn Frequenz zur Schlüsselfrage wird

2025 brachte dem Gartenfachhandel nominelle Stabilität – aber real ein Minus. Sinkende Kundenfrequenz, wetterbedingte Verschiebungen und anhaltende Kaufzurückhaltung prägten das Jahr. Die Auswertung aus Süddeutschland zeigt: Wer 2026 erfolgreich sein will, muss Frequenz schaffen, Emotionen stärken und Kennzahlen konsequent steuern.

von Redaktion erschienen am 23.03.2026
Wer Trendthemen wie Urban Gardening, Selbstversorgung oder Biodiversität aktiv aufgreift und den Zeitgeist trifft, schafft Kaufanlässe und stärkt die emotionale Bindung zum Fachhandel. © Grit Landwehr
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Die Auswertung von zwölf Einzelhandelsgärtnereien in Süddeutschland zeigt für 2025 ein nur scheinbar stabiles Bild: Mit einem Umsatzplus von 0,33 Prozent gegenüber 2024 blieb das Niveau nominal nahezu unverändert. Real – bei einer Inflationsrate von 2,2 Prozent – bedeutet das jedoch ein Minus von 1,87 Prozent. Gleichzeitig sank die Kundenfrequenz um 1,73 Prozent. Stabilität also – aber kein Wachstum. Und genau darin liegt die eigentliche Botschaft des Jahres.

Verschobene Saison, fragile Frequenz

Der Jahresverlauf war geprägt von starken Ausschlägen: Ein sehr guter April mit Frühstart ging zulasten des Mais. Die Sommermonate blieben verhalten, der Herbst ohne echte Impulse. Erst das Adventsgeschäft sorgte wieder für positive Signale. Nur 41,7 Prozent der Betriebe lagen am Jahresende kumuliert im Plus. Auffällig: Der Umsatz pro Kunde stieg mehrfach – er kompensierte den Frequenzverlust. Das bedeutet aber auch: Die Basis wird schmaler.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben 2026 schwierig, ein spürbarer Aufschwung ist nicht in Sicht. Für den Gartenfachhandel – nicht nur im Süden, sondern bundesweit – ergeben sich daraus klare Handlungsfelder:

1. Frequenz aktiv erzeugen: Warten auf Konjunktur oder Wetter reicht nicht. Saisonhöhepunkte brauchen Inszenierung, Aktionen und klare Themenwelten – von Urban Gardening über Selbstversorgung bis Biodiversität.

2. Den Durchschnittsbon strategisch entwickeln: Beratung, Zusatzverkäufe und Komplettangebote bleiben zentrale Hebel. Wer Lösungen statt Einzelprodukte verkauft, stabilisiert den Umsatz auch bei geringerer Besucherzahl.

3. Emotion statt Preisdebatte: Blumen und Pflanzen sind Teil von Lebensqualität und Sinnstiftung. Diese emotionale Dimension muss sichtbarer werden – gerade in Zeiten allgemeiner Kaufzurückhaltung.

4. Kennzahlen eng führen: Die monatliche Analyse zentraler KPI wie Umsatz pro Kunde und Kundenfrequenz ist kein Selbstzweck, sondern strategisches Steuerungsinstrument. Wer Entwicklungen früh erkennt, kann rechtzeitig gegensteuern.

„Stabil“ reicht nicht

„Stabil“ reicht nicht mehr. Wenn die Frequenz tendenziell sinkt, muss der Fachhandel aktiver, emotionaler und profilierter auftreten. 2026 wird kein Selbstläufer – aber Betriebe, die Erlebnis, Beratung und gesellschaftliche Trends klug verbinden, haben gute Chancen, sich vom allgemeinen Konsumklima abzukoppeln. Oder anders gesagt: Das Glas ist halb voll – aber nachfüllen muss man es selbst.

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