
Klare Standortbestimmung für Handel und Wirtschaft
Mit einem faktenbasierten Blick auf Konjunktur, Konsum und politische Rahmenbedingungen ordnete Klaus Peter Teipel beim IVG Medientag Garten die aktuelle Lage des Handels ein – und plädierte für mehr Realismus in der wirtschaftspolitischen Debatte.
von Reidel/KI erschienen am 13.02.2026Deutschland bewege sich weiterhin in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Das Wachstum bleibe verhalten, vielerorts stagnierten Umsätze real, beschrieb Teipel. Nominale Zuwächse würden häufig durch Inflationseffekte relativiert. „Wir müssen genauer hinschauen, was tatsächlich wächst – und was nur teurer wird“, so eine seiner Botschaften. Denn gerade bei Dünger, Erden und Schnittblumen liegt die Steigerung hauptsächlich an Preissprüngen.
Marktveränderungen
Besonders der Einzelhandel steht unter Druck: Steigende Kosten, zurückhaltende Konsumentinnen und Konsumenten sowie strukturelle Verschiebungen zwischen Vertriebskanälen verändern den Markt nachhaltig. Die Verschiebung hin zu unterschiedlichen Absatzwegen sei längst Realität.
Unternehmen müssten ihre Strategien entsprechend anpassen und differenziert auf neue Wettbewerbsbedingungen reagieren. Anstatt Ware, Ware, Ware geht es um Inszenierung und Emotionalisierung und darum, die Flächen im Handel zum Leben zu erwecken. Dabei seien Hinweise und Lösungsvorschläge für die Verbraucher wichtiger denn je. Seine Prognose für 2026: Umsatzsteigerungen von 1,6 % für Gartenhartware, 1,2 % bei Pflanzen und 2,9 % bei Erden, Dünger und Zubehör.
Herausforderungen
Auch die politischen Rahmenbedingungen nahm Teipel in den Blick. Regulatorische Eingriffe, steigende Abgaben und bürokratische Anforderungen belasten viele Betriebe zusätzlich. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht allein durch gute Produkte, sondern auch durch verlässliche und wirtschaftsfreundliche Strukturen. Hier brauche es Augenmaß und Planungssicherheit.
Gleichzeitig betonte Teipel die Bedeutung von Investitionen und Innovation. Trotz verhaltener Gesamtentwicklung gebe es Segmente, die sich stabil oder sogar positiv entwickelten. Entscheidend sei, Trends frühzeitig zu erkennen und konsequent umzusetzen. Pauschale Krisenrhetorik helfe nicht weiter – gefragt seien differenzierte Analysen und pragmatische Lösungen.
Mit Blick auf die kommenden Monate zeigte sich Teipel vorsichtig, aber nicht pessimistisch. Die wirtschaftliche Entwicklung bleibe herausfordernd, biete jedoch Chancen für Unternehmen, die flexibel agieren und ihre Marktposition aktiv gestalten.
Fazit
Der Handel benötigt stabile Rahmenbedingungen, klare politische Orientierung und unternehmerischen Mut. Nur so ließen sich Wettbewerbsfähigkeit sichern und Wachstum nachhaltig stärken.

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