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Mathys fragt … Arnout Baas

Einmalige Location mit Visionen

Arnout Baas (l.) vom Tuincentra Steck ist verantwortlicher Gartencenterleiter für die beiden Betriebe in Utrecht und Tilburg. Baas selbst beschreibt Steck als einzigartige Location, in der sich alles um Natur, Klima, die grüne Branche, Gesundheit, Regionalität, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit dreht. Für Obst und Gemüse gibt es Ernte-Abos und auch Schnittblumen sind im Abonnement erhältlich.

von Oliver Mathys erschienen am 14.12.2025
Arnout Baas (l.) vom Tuincentra Steck zusammen mit Oliver Mathys. © Oliver Mathys
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Oliver Mathys: Hallo Arnout – toll dass wir uns hier bei euch im Café Noordertuin treffen – du bist hier mit deinem Laptop am Arbeiten.  Arnout Baas: Ja, ich genieße das regelrecht. Ich habe zwar ein Büro, wohin ich mich zurückziehe, wenn ich mehr Ruhe brauche, aber ich bin so viel wie möglich hier auf der Fläche. Unser Gartencafé Noordertuin ist der zentrale Anlaufpunkt – hier pulsiert das Herz unseres Unternehmens. Ich sehe auf Augenhöhe, was läuft, wer da ist, und höre, was unsere Kunden bewegt. OM: Ein spannender Beginn – erzähle mir ein wenig mehr über deine Rolle im Unternehmen und was ist Steck überhaupt? AB: Na ja, ich bin Arnout, seit Beginn bei Steck mit dabei und als verantwortlicher Betriebsleiter für unsere beiden Gartencenter zuständig. Ich selbst bin ein Quereinsteiger und mein Job ist es, uns als Marke weiterzubringen – und dabei das Gesamtbild auch hier auf der Fläche umzusetzen. Vorher war ich längere Zeit bei Dille & Kamille – die in letzter Zeit ja auch in Deutschland ihre Expansion vorantrieben. Zu deiner Frage „Was ist Steck?“, das ist nicht leicht zu beantworten. Es ist in erster Linie eine einzigartige Location, wo sich verschiedenste Teile zu einem Ganzen fügen – alle haben mit Natur, Klima, der grünen Branche, Gesundheit, sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit zu tun. Zentral ist unser Gartencafé, wo wir mit unserem Angebot den Fokus stark auf lokale Anbieter legen – regional gebrannter Kaffee, Gemüse und Obst kommen hier um die Ecke, hausgemachte Kuchen, mit saisonalen und regionalen Zutaten usw. OM: In der heutigen Zeit  – auch in den Niederlanden – stehen Umsatz und Kosten auf dem Quadratmeter absolut im Fokus. Bei den Konsumenten rücken dagegen Themen wie Nachhaltigkeit und Bio schnell mal vermehrt in den Hintergrund. Wie war euer Jahr, wie zufrieden seid ihr? AB: Also wir dürfen keinesfalls jammern, sondern sind sehr zufrieden mit dem letzten Geschäftsjahr. Nachhaltigkeit steht bei uns und bei unseren Kunden immer noch an zentraler Stelle. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir uns ja immer noch in unserer ersten Wachstumsperiode befinden, denn wir bestehen erst seit 2019 in der heutigen Form. Klar, es gab hier vorher das Gartencenter Overvecht, welches durch den Vater des heutigen Besitzers Wim Scherrenberg 1969 gegründet wurde. Ich würde uns aber mit der jetzigen Ausrichtung nicht mehr als klassisches Gartencenter bezeichnen. Das gesamte Projekt ist mehr ein Begegnungsplatz. Der eine kommt, weil er Produkte für den Garten, den Balkon oder sein zu Hause braucht. Ein anderer erntet sein wöchentliches Obst und Gemüse aus dem Ernteabonnement oder holt sich seinen Abo-Blumenstrauß und kommt dann hier noch ins Café – dadurch entstehen Gespräche. Auch die Vielzahl unterschiedlichster Workshops ist eine Plattform für Begegnungen. Die Menschen machen den Unterschied und Menschen sehnen sich nach Gesprächen und Austausch. OM: Klingt erst mal spannend, aber schlussendlich wollt und müsst ihr doch auch Geld verdienen. Wenn ich mir euer Sortiment ansehe, ist da in meinen Augen nicht immer alles 100 % nachhaltig. Ich finde doch einige Produkte, welche am POS beispielsweise aus China stammen. Kannst du mir das erklären oder anders gefragt, wie setzt ihr eure Prioritäten? AB: Nachhaltigkeit ist ein schwieriges Thema, es liegt oft auch im Auge des Betrachters und von welchem Punkt man ausgeht. Oft ist es so, dass ein Produkt aus China – auch wenn der Transport nicht optimal ist und negativ zu Buche schlägt – nachhaltiger ist als ein in Europa hergestelltes Produkt, da auch Energie und Herstellungsmethodik sowie die verwendeten Rohstoffe eine gewichtige Rolle spielen. Jetzt mal nur auf das Produkt bezogen. Wenn ich den nachhaltigen Handel regionaler Produktion schwerer gewichte und den längeren Aufbau der europäischen Wirtschaft mit einbeziehe, verändert sich das Gesamtbild. Wir probieren, bei uns eine Art Gleichgewicht zu finden, um unseren Weg, der zu unseren Kunden passt, umzusetzen. OM: Egal in welchem Land ich unterwegs bin – im Moment tun sich alle Gartencenter schwer, Mitarbeiter zu finden. Ist die Situation bei eurem Team ebenfalls angespannt? AB: Das kann ich nicht bestätigen. Durch unsere Marke und Nische, in der wir uns befinden, haben wir ein sehr gutes Feedback weit über unsere Region hinaus. Und viele Leute wollen gerne bei uns arbeiten. Die Challenge liegt mehr bei uns, um herauszufinden, wer zu uns und unserer Philosophie passt. Viele davon sind wie ich selbst Quereinsteiger – was keinesfalls ein Nachteil sein muss. Wir müssen dann lediglich dafür sorgen, dass wir die von unseren Kunden gewünschten Fachkenntnisse vermitteln. Da haben wir z. B. bei den Zimmerpflanzen eine Lösung, wo wir mittels eines „Professor Plantstein-Tools“ unser Team online schulen, aber diese Informationen auch an unsere Kunden weitergeben, wenn es um die Bedürfnisse und die Pflege der jeweiligen Pflanzen geht. OM: Wird das von euren Kunden akzeptiert? AB: Ja, denn wir sind hier anders aufgestellt. Unser Ziel ist, unterschiedlichste Kunden bei uns zu begrüßen. Wir müssen nicht der billigste Anbieter sein, aber wir wollen günstige Produkte und Lösungen anbieten. Auch für jemand mit etwas weniger Budget, aber dennoch als Alternative mit einer guten nachhaltigen Idee. Dabei verlassen wir vom Sortiment her auch in Zukunft die gewohnten Gartencenterprodukte. Wir möchten noch mehr unterschiedlichste Shop-in-Shop-Lösungen anbieten. Dabei geht es teils um den normalen Alltag, Gesundheit und Wellbeing etc., aber unsere Kunden sollen noch mehr erleben. Ich hatte erst vor ein paar Wochen wieder ein Erlebnis, wo ein paar Schüler da waren, die sich die Anzucht der Speisepilze auf unserem Terrain angesehen haben. Die waren begeistert – auch dafür machen wir es. OM: Auf eurer Homepage ist einiges über die kommenden fünf Jahre kommuniziert – wie steht es um diese Pläne? AB: Da sind bei der Gemeinde und in unserer Holding bereits die notwendigen Schritte eingeleitet und in der Umsetzung. Interessant wird unser Hotel – die Begegnungsstätten werden weiter ausgebaut und die gesamte Gegend ist eine Art Naherholungsgebiet für ganz Utrecht – mit einer Vielzahl an Fahrrad- und Wanderwegen. Sport und Erziehung stehen an zentraler Stelle, und auch andere Initiativen von Externen werden mit integriert werden OM: Das sind viele Projekte – ich wünsche euch viel Erfolg bei der Umsetzung und werde diese aufmerksam verfolgen.
Autor:in
Oliver A. Mathys
begleitet „DEGA GRÜNER MARKT“ seid 2007 als Kolumnist. Der Gärtner und Floristmeister war im Export in den Niederlanden tätig und ist als Betriebsconsultant europaweit unterwegs. Er befragt an dieser Stelle Kollegen zur Situation und Zukunft der Branche.
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