Jetzt erst recht!
Musterwechsel oder Auslaufmodell?
Ein Blick auf die nackten Zahlen gleicht einer kalten Dusche: Wenn die Produktion in den letzten Jahren über 60 % der Betriebe verloren hat und der Fachhandel stagniert, während die geburtenstarken Jahrgänge das Feld verlassen, muss uns eines klar sein: Die alte Ausbildungslogik hat sich schlichtweg überlebt. Ein „Weiter so“ ist keine Strategie, sondern eine Einladung zum kontrollierten Rückzug.
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Wir beobachten seit Jahrzehnten, dass die gärtnerischen Berufe (mit Ausnahme der GaLa-Branche) massiv an Boden verlieren. Zwar wirken die aktuellen Zahlen stabil, doch das Niveau und die Abbruchquoten sprechen eine deutliche Sprache. Außerhalb der großen Ballungszentren schrumpfen die Fachklassen so stark, dass ein qualitativ hochwertiger Berufsschulunterricht schon jetzt vielfach nicht zu gewährleisten ist. Es fehlt zudem an Lehrkräften und moderner Methodik. Stellen wir uns doch einmal die radikale Frage: Wenn wir heute, im Jahr 2026, eine Ausbildung für die grüne Branche auf der grünen Wiese neu entwerfen müssten – kämen wir ernsthaft auf das dezentrale Modell mit ein bis zwei Schultagen pro Woche und einem analogen Berichtsheft?...

